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Zukunftsthema Demenz: Steigende Zahl Betroffener

Beitrag erstellt am 11.06.2018
Allen Formen der Demenz sind der Abbau und der Verlust von Nervenzellen und deren Verbindungszellen (Synapsen) im Gehirn gemeinsam. Infolge der Erkrankung verschlechtern sich die Gedächtnisleistung, das Denkvermögen, die Sprache und auch praktische Alltagsfähigkeiten.
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Wie kann man die Demenz möglichst früh erkennen und ihr entgegentreten? Die Angehörigen und nähere Bekannte erkennen „es“ relativ früh, aber die Personen erkennen an sich selbst das Problem oft nicht. Damit einher geht eine Persönlichkeitsstörung in Form von Rückzug (aus der Gesellschaft) oder ungewohnten Verhaltensweisen.

Die Symptome sind ähnlich eines manisch-depressiven Zustandes. Die Patienten geben plötzlich Geld für alles Mögliche aus. Ab diesem Zeitpunkt werden die Angehörigen meistens hellhörig. Dazu kommt eine zeitliche Orientierungslosigkeit – sie gehen manchmal zehnmal um denselben Häuserblock auf der Suche nach dem Hauseingang.

Dazu kommt eine permanente Stresssituation. Die Patienten ziehen sich aus bestehenden Kontaktbeziehungen oder Situationen zurück. Auffällig ist, dass sie plötzlich überschwänglich lieb sind und dann wieder total distanziert.

Zum Krankheitsbild der Demenz
Demenz ist eine chronische Gehirnerkrankung, überwiegend sind von ihr Personen ab dem 65. Lebensjahr betroffen. Schätzungen zufolge sollen in Österreich gegenwärtig bis zu 130.000 Menschen betroffen sein. Und weltweit?

Weltweit erkrankt alle drei Sekunden ein Mensch an Demenz (Quelle: World Alzheimer’s Report 2015). Schon jetzt leben etwa 50 Millionen Menschen rund um den Globus mit einer Demenzerkrankung - und diese Zahl wird sich Schätzungen zufolge alle 20 Jahre sogar noch verdoppeln.

2030 werden Expertenschätzungen zufolge bereits 82 Millionen mit Demenz leben und um die Jahrhundertmitte geschätzte 152 Millionen Personen. Grund dafür: Die steigende Lebenserwartung der Menschen.

Dazu Dani Saurymper, leitender Analyst für Ageing und Lifestyle bei AXA Investment Managers Framlington Equities: „Die zunehmende Zahl von Demenz-Patienten könnte Regierungen und Gesundheitssysteme vor Probleme stellen: Die Behandlungskosten werden aktuell auf eine Billion US-Dollar geschätzt, und bis 2030 könnten sie sich auf zwei Billionen verdoppeln.“

Zur Vorbeugung
Als Risikofaktoren gelten Demenz bei Verwandten ersten Grades, Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, mangelnde körperliche Aktivität, Depression und Rauchen.

Dementsprechend zielt die Vorbeugung einer Demenz auf eine allgemeine Gesundheitsvorsorge ab: Beibehaltung der geistigen und körperlichen Aktivität, ausgewogene Ernährung und ein aktives soziales Leben auch im hohen Alter.

Investitionen in Therapieforschung
Eine wirksame und bewährte Methode gegen Demenz oder die Alzheimer-Krankheit gibt es nach aktuellem Forschungsstand noch nicht. Expertenschätzungen zufolge werden Unternehmen jedoch bis 2021 über 10 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung von Medikamenten investieren.

Aktuell lägen die Schwerpunkte der Demenztherapie auf den Studien von Antikörpern und neuen Therapien für neurodegenerative Krankheiten, so Saurymper. In einer bestimmten Versuchsanordnung etwa, zielen Antikörper auf ein Protein ab, das sich in den Gehirnen von Alzheimerpatienten ablagert und mit einer Verschlechterung der Denk-Fähigkeiten in Verbindung gebracht wird.

Frühzeitige Diagnose und gesunder Lebensstil
Der Fokus darf sich jedoch nicht nur auf die Therapie beschränken, sondern muss auch auf die Entwicklung eines frühzeitigen Diagnoseprozesses sowie generell auf die gesundheitliche Vorsorge gelegt werden.

Ein gesunder Lebensstil trägt jedenfalls zur Vorbeugung bei: Wichtige negative Faktoren sind Stress, Übergewicht (Adipositas), Kopfverletzungen und Umweltverschmutzung.

In mehr als einem Drittel aller Fälle könne eine Demenz durch „mehr Wissen und ein gesünderes Leben vermieden werden“, so Saurymper.

Fazit
Saurymper resümiert: „Bereits jetzt haben viele Branchen erkannt, dass mit einem zunehmenden Anteil älterer Menschen auch deren Bedürfnisse immer wichtiger werden.“

Es kommt also auf eine gesunde Ernährung, abwechslungsreiches Gehirnjogging und Bewegung an. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Bewegung durch koordinative Sportarten wichtig ist, also Tennis und Walking beispielsweise.

Chronische Krankheiten wie Demenz müssen generell besser verstanden werden, um sie zu vermeiden oder im Krankheitsfall medizinisch angemessen zu behandeln. Der erste Weg im Verdachtsfall führt immer zum Hausarzt.

Durch gemeinsame Anstrengungen - in der Forschung und in der Vorbeugung - kann das Wohl der Menschen, der Gesellschaft und der Wirtschaft gesichert werden.

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