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So sieht Österreichs Büroalltag aus

Beitrag erstellt am 24.07.2017
Eine aktuelle Umfrage eines Marktforschungs-Instituts zeigt, dass sich rund drei von zehn Beschäftigten, die hauptsächlich im Büro arbeiten, im Job stark gestresst fühlen. Die Befragung belegt zudem, dass Stress im Gegensatz zur Arbeitsauslastung diverse negative Auswirkungen hat.
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Die Marktforscher der Marketagent.com online research GmbH haben in Kooperation mit einem Weiterbildungsanbieter, einem Büroausstatter und einem Jobportal im Rahmen des „Office Reports 2017“ erhoben, wie der Alltag an den heimischen Arbeitsplätzen aussieht. In das Studienergebnis eingeflossen sind Aussagen aus 2.150 durchgeführten Interviews mit Personen, die überwiegend im Büro arbeiten. Davon hatten 28,9 Prozent der Befragten eine leitende Funktion. Die Teilnehmer wurden gebeten, jeweils über ihren vorangegangenen Arbeitstag Auskunft zu geben.

Laut der Studie beginnt der Arbeitstag im Mittel für die Beschäftigten um 7:40 Uhr. Der Arbeitstag neigt sich für zwei Drittel ungefähr zur geplanten Zeit dem Ende zu – im Mittel um 16:29 Uhr. Für 26,1 Prozent ist es am vergangenen Arbeitstag allerdings später geworden als eigentlich vorgesehen. 7,7 Prozent konnten dagegen schon frühzeitig nach Hause.

Niedrige Bevölkerungsdichte im Büro bevorzugt
In einem Einzelbüro arbeiten 22,7 Prozent. Etwa ein Viertel sitzt mit einem Kollegen in einem Zwei-Personen-Büro. Mehr als ein Drittel teilt sich das Büro mit zwei bis neun weiteren Mitarbeitern. Ein Zehntel hat noch mehr Gesellschaft.

Bei der Frage, ob man sich in der Arbeitsumgebung wohlfühlt und ob diese konzentriertes Arbeiten und Kreativität ermöglicht, zeigt sich deutlich: Je mehr Kollegen im Büro sind, desto geringer ist die Anzahl der positiven Rückmeldungen.

Vor allem wenn es um ausreichende „Rückzugsmöglichkeiten“ geht, ist die Zufriedenheit – freilich nicht ganz unerwartet – bei jenen, die ein „Einzelzimmer“ haben, am stärksten ausgeprägt.

Jeder Dritte freut sich auf den Arbeitstag
Insgesamt freut sich mehr als ein Drittel „sehr“ (7,7 Prozent) oder zumindest „eher“ (27,0 Prozent) auf einen neuen Arbeitstag im Büro. Nur „mittelmäßig“ war die Freude bei 41,4 Prozent. Bei den übrigen 23,9 Prozent gibt es wenig bis gar keine Begeisterung. Im Ergebnis zeigt sich, je höher die Auslastung durch den Job, desto höher die Vorfreude.

So freuen sich bei einer nach eigenen Angaben geringen Arbeitsauslastung 26,9 Prozent, bei einer hohen Auslastung jedoch 37,0 Prozent. Im Gegensatz dazu gilt, je größer der Stress, desto niedriger die Vorfreude.

Bei einem niedrigen Stresslevel freuen sich 42,3 Prozent, bei einem hohen jedoch nur 23,6 Prozent auf den neuen Arbeitstag. Am motiviertesten sind offenbar die Ein-Personen-Unternehmen: Stolze 56,4 Prozent freuten sich (sehr oder eher) auf den vor ihnen liegenden Tag. Je größer das Unternehmen, desto geringer ist in der Umfrage der Anteil derer, bei denen der Start in den Arbeitstag von Vorfreude geprägt ist: Bei Firmen mit 250 und mehr Mitarbeitern lag er bei nur noch 29,2 Prozent.

Für die meisten geht es mit PC und Mails los
Wie beginnt der Arbeitstag im Büro? Für den Großteil mit dem Hochfahren des PCs (69,6 Prozent) und der Bearbeitung der E-Mails (58,7 Prozent). Jeweils etwa ein Drittel hat sich erst einmal mit Kaffee oder Tee auf die Arbeit eingestimmt, sich mit den Kollegen unterhalten und/oder erste Aufgaben erledigt.

Rund ein Viertel (26,0 Prozent) hat am vorangegangenen Arbeitstag an einer Sitzung teilgenommen, ein weiteres Viertel (26,6 Prozent) an zwei oder sogar mehr. Durchschnittliche Gesamtdauer: 1 Stunde, 51 Minuten (Median).

Wer eine leitende Funktion hat, sitzt öfter in Meetings als Befragte ohne leitende Position. Doch nur 39,6 Prozent meinen, dass drei Viertel bis 100 Prozent der Zeit, die sie für Meetings verwendet haben, gut investiert waren. 20,3 Prozent hatten dagegen den Eindruck, dass nur ein Viertel der Sitzungsdauer oder weniger produktiv war.

Sechs von zehn sind ausgelastet
In Bezug auf die Produktivität fühlen sich sechs von zehn Befragten während des Arbeitstages stark (36,9 Prozent) oder sehr stark (23,7 Prozent) ausgelastet, weitere 31,4 Prozent „mittelmäßig“ und acht Prozent nur in eher oder sehr geringem Ausmaß. Als richtiggehend gestresst bezeichnen sich zudem 9,1 (sehr) und 19,9 (eher) Prozent. Ein Drittel empfindet mittelmäßigen Stress.

Die übrigen 38,9 Prozent sprechen von weniger (25,8 Prozent) oder gar keinem Stress (31,1 Prozent). Die am häufigsten genannte Stressursache, nämlich von jedem siebten Befragten (14,2 Prozent), ist Zeitdruck.

Weitere Stressgründe sind laut Umfrage in 7,2 Prozent der Fälle unerfreuliche Kundenkontakte, in jeweils knapp sieben Prozent der Fälle ein hohes Telefonaufkommen und störende Anrufe sowie die Notwendigkeit, vieles auf einmal erledigen zu sollen. Weitere Stressursachen sind für jeden Zwanzigsten zu viel Arbeit und jeweils für jeden Fünfundzwanzigsten unfreundliche oder faule Kollegen, unnötige Meetings, die Art der Tätigkeit sowie der Chef oder Vorgesetzte an sich.

Für vier Fünftel macht ihre Arbeit Sinn
Sieben von zehn Personen beurteilen ihre Work-Life-Balance im Wesentlichen positiv, die anderen 30,9 Prozent sagen, dass sie eher oder überhaupt nicht genug Zeit für Privates vor oder nach der Arbeit haben. Ein Viertel tut sich eher oder sehr schwer, nach der Arbeit abzuschalten.

Je gestresster ein Beschäftigter sich während der Arbeit fühlt, desto schlechter kann er nach Büroschluss abschalten. So konnten 90,7 Prozent der Erwerbstätigen, die sich nicht gestresst fühlen, nach der Arbeit abschalten, allerdings nur 46,9 Prozent derer, die ein hohes Stresslevel aufweisen.

Positiv: 81,7 Prozent haben nach der Arbeit das Gefühl, eher oder auf jeden Fall etwas Sinnvolles getan zu haben. Im Gegensatz dazu stellen sich 18,3 Prozent mehr oder weniger die Sinnfrage. Hier zeigt die Umfrage, je höher die Arbeitsauslastung, desto höher die Zufriedenheit, aber je höher der Stress in der Arbeit, desto unglücklicher ist man mit seiner persönlichen Leistung.

Gut ein Drittel sucht Veränderung
Ärgern mussten sich – über jemanden oder etwas – 13,4 Prozent „sehr“ und weitere 46,0 Prozent „ein wenig“. Meistgenannter Quell des Ärgers waren unfreundliche oder faule Kollegen, mit einigem Abstand gefolgt vom Verhalten von Vorgesetzten oder Kunden. Trotzdem: Überwiegend herrscht Zufriedenheit, was die Stimmung im Büro betrifft: 71,8 Prozent bewerten sie als sehr oder eher positiv. 6,8 Prozent geben ein negatives Urteil ab.

Den Wunsch nach beruflicher Veränderung verspürt übrigens nur der kleinere, wenngleich ein respektabler Teil der Befragten. 19,3 Prozent wollen in der gleichen oder einer ähnlichen Branche oder im gleichen oder ähnlichen Berufsfeld bleiben. 16,2 Prozent wollen sich ebenfalls verändern, jedoch etwas völlig anderes machen als bisher.

Dabei steigt der Wunsch nach einer beruflichen Veränderung mit dem Stresslevel im Job. Während nur jeder vierte Erwerbstätige mit wenig beruflichem Stress, einen Jobwechsel möchte, ist es bei den Gestressten fast jeder Zweite.

Stressfrei für die Gesundheit
Andauernder Stress kann im Übrigen auch zu massiven gesundheitlichen Problemen führen, wie diverse Studien belegen. Das öffentliche Gesundheitsportal www.gesundheit.gv.at des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen (BMGF) enthält diesbezüglich ein eigenes Kapitel zum Thema Stress im Berufsleben.

Neben Informationen zu den häufigsten Folgen von chronischem Stress wie Rückenschmerzen und Schlaflosigkeit bis hin zum Burn-Out, finden Interessierte hier kostenlos diverse Tipps und Hilfen, wie zum Beispiel ein Zeitmanagement-Tool, um Stress zu vermeiden beziehungsweise abzubauen.

Zudem enthält das Webportal diverse Anlaufstellen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber rund um das Thema Gesundheit im Betrieb.

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