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So heftig wird in Österreich am Arbeitsplatz gestritten

Beitrag erstellt am 10.12.2019
Konflikte im Job lösen oft Burn-out bei den Beteiligten aus. Konkretes Konfliktmanagement, egal in welcher Form, ist somit unverzichtbar.

Marketagent.com hat in Kooperation mit dem Kommunikationstrainer Thomas Douschan österreichweit eine Umfrage durchgeführt, wie es um die hiesige Streitkultur am Arbeitsplatz bestellt ist.

Dabei zeigte sich, dass zum Zeitpunkt der Umfrage 25,4 % in einen Konflikt am Arbeitsplatz involviert waren. Bei Personen in leitender Position war es ein Drittel (33,4 %), bei den anderen Beschäftigten 22,1 %.



Häufigkeit und Konfliktparteien

Knapp ein Zehntel hat laut Studie täglich oder fast täglich mit Auseinandersetzungen zu tun, 14,7 % immerhin mehrmals pro Woche und 10,6 % einmal pro Woche.

Bei 15,5 % tauchen mehrmals pro Monat Konfliktsituationen auf, bei 12,1 % einmal pro Monat, bei einem weiteren Zehntel alle zwei bis drei Monate. 7,6 % gaben an, noch nie mit einem Konflikt konfrontiert gewesen zu sein.

Oft sind es Kollegen im eigenen Team oder der eigenen Abteilung, mit denen man aneinandergerät (33,3 %), fast ebenso oft aber Kunden bzw. Auftraggeber (31,5 %) und Kollegen aus einem anderen Team oder einer anderen Abteilung (31,4 %). Rund ein Viertel (26,4 %) gab den Vorgesetzten als „gegnerische Partei“ an.



Hauptursachen: Kommunikationsprobleme, Stress

Was aber führt überhaupt zu Konflikten? Besonders häufig sind es Kommunikationsprobleme, sprich Unklarheiten, Missverständnisse und ähnliches (34,7 %). Auch Stress und Überforderung (32,9 %) spielen eine wesentliche Rolle.

Öfters genannt werden auch schlechte Arbeitsorganisation (21,3 %), z.B. ungenaue Vorgaben. Jeweils ein Fünftel macht unterschiedliche Erwartungshaltungen, Ansprüche und Zielvorstellungen, mangelnde Wertschätzung/Anerkennung, Neid, Missgunst, Ungleichbehandlung für Streitigkeiten verantwortlich.

Gerüchte und Halbwahrheiten werden von 17,3 % angeführt. Vergleichsweise seltene Gründe sind etwa Wettbewerbsdruck (5,9 %) und die schlechte wirtschaftliche Situation des Unternehmens (2,7 %). Immerhin 2,7 % führen Unterforderung als Konfliktursache an.



Auch in der Freizeit eine Belastung

Einige nehmen die Belastung aus dem Konflikt in der Firma mit in die Freizeit: Auf einer Skala von 1 (belastet mich in der Freizeit gar nicht) bis 9 (sehr stark) reihen sich 17 % in die oberen drei Stufen ein.

Zwischen den Geschlechtern gibt es hier einen deutlichen Unterschied: Während es bei Männern nur 12,0 % sind, sind es bei den Frauen 23,3 %.

Ziemlich genau die Hälfte der Befragten steckt Konflikte aus dem Job besser weg und reiht sich in den unteren drei Stufen ein.



Von Konflikten ausgelöste Symptome

Häufig genannte Symptome, die als Folge von Konflikten regelmäßig oder gelegentlich auftreten, sind Angst bzw. ein schlechtes Gefühl, in der Früh zur Arbeit zu gehen (knapp 28 %), ein ständiges Gefühl der Überforderung (rund ein Viertel), ein Gefühl der Hoffnungs-/Sinnlosigkeit (rund ein Viertel).

Ebenfalls relativ weit oben auf der Liste stehen das Gefühl, am Arbeitsplatz nichts richtig zu machen, starke Kopfschmerzen und Magenschmerzen.



Schlafstörungen und medikamentöse Unterstützung

17,7 % der Befragten berichten von Schlafstörungen infolge firmeninterner Konflikte, wobei die Häufigkeit von „mehrmals pro Woche“ bis „(fast) täglich“ reicht.

Für 12,9 % führten Konflikte schon dazu, dass sie Medikamente nahmen. Bei jenen Befragten, die mindestens mehrmals pro Monat in einen verwickelt sind, ist der Anteil mit 17,0 % noch etwas höher.



Knappes Fünftel fühlt sich burn-out-gefährdet

Fast ein Fünftel (18,3 %) schätzt das Risiko, an einem Burn-out zu erkranken, als sehr hoch oder eher hoch ein. Auch hier ist der Anteil der Frauen höher (21,0 %) als bei den Männern (16,1 %).

24,3 % halten es für „mittel“.



Motivation leidet, manche kündigen (zumindest innerlich)

Nicht ganz unerwartet, haben Konflikte auch auf die Einstellung zur Arbeit selbst Auswirkungen. So sagten 40,7 %: „Es mangelt mir an Arbeitsmotivation.“

37,0 % verrichten nur noch „Dienst nach Vorschrift.“ Und 26,9 % stellten fest, „dass meine Leistung automatisch nachlässt“. Bei 17,0 % leidet die Konzentration.

Jeder Sechste (16,8 %) kündigt innerlich sogar. Frauen tun dies häufiger (20,8 %) als Männer (13,6 %). 7,8 % haben auch tatsächlich schon einmal aus diesem Grund die Firma gewechselt, weitere 39,8 % zumindest darüber nachgedacht.

Daher wünschen wir an dieser Stelle eine allseits gedeihliche Firmenatmosphäre.

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