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Sicher durch die Motorradsaison

Beitrag erstellt am 29.05.2018
Der österreichische Versicherungsverband VVO und das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) haben nützliche Tipps, wie man die Motorradsaison auch sicher genießen kann.
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Mehr als 25 Motorradlenker wurden seit Jahresbeginn in Österreich bei Verkehrsunfällen getötet, das ist die bislang höchste Zahl seit dem Jahr 2007. Erschreckend: Bei etwa der Hälfte (44,7 Prozent) aller Motorrad-Unfälle ist ein Pkw beteiligt (Quelle: Statistik Austria).

Bei solchen Zusammenstößen kamen im Jahr 2016 38 Motorradfahrer ums Leben. Insgesamt passierten im Jahr 2016 (die Detailauswertung der Statistik Austria für 2017 steht noch nicht zur Verfügung) 4.026 Motorradunfälle mit Personenschaden, insgesamt sind 2016 85 Motorradfahrer tödlich verunglückt.

Dazu der österreichische Versicherungsverband VVO: „Ein Motorrad-Lenker hat im Vergleich zu einem Pkw-Lenker etwa das zwölffache Unfallrisiko, daher ist es für die Fahrer besonders wichtig, auf die eigene Sicherheit zu achten.“ Erhöhte Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer ist hier besonders gefordert.

Schutzkleidung auch auf kurzen Strecken
Da Biker im Fall eines Unfalls ohne Knautschzone auskommen müssen, ist eine robuste Schutzbekleidung wichtig. Diese sollte gleichermaßen fest sitzen, aber den Fahrer nicht einschränken.

Das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) rät: „Auch bei sommerlichen Temperaturen und kurzen Wegen gilt: Nur mit der richtigen Schutzkleidung hat man die Chance, die Folgen eines Unfalls in Grenzen zu halten.“ Deshalb sollten Helm, Motorrad-Jacke und -Hose (beides inklusive Protektoren), Stiefel und Handschuhe selbstverständlich sein.

Keinesfalls sollte hier gespart werden, denn nur qualitativ hochwertige Kleidung schützt. Neben der passenden Ausrüstung und Technik erfordert das sichere Fahren mit dem motorisierten Zweirad auch immer wieder regelmäßige Trainings, um mit Risikosituationen richtig umzugehen.

Gegenseitige Rücksichtnahme
Neben der erhöhten Aufmerksamkeit der Motorradfahrer selbst, ist aber auch jene der anderen Verkehrsteilnehmer gefragt. Insbesondere im städtischen Bereich verunglücken immer mehr Motorradfahrer aufgrund von Unfällen mit Pkw-Lenkern.

Dazu der KFV: „Eine der zentralen Problematiken ist, dass Motorräder aufgrund ihrer schmalen Silhouette immer wieder von größeren Kfz verdeckt werden.“ Hinzu kommt, dass sie im Straßenverkehr in der Regel seltener anzutreffen sind als andere Fahrzeuge.

Dies führt dazu, dass Pkw-Lenker und andere Verkehrsteilnehmer nicht mit Motorrädern rechnen und sie nicht oder zu spät wahrnehmen.

Sicherheits-Tipps für den Motorradfahrer
Eine robuste Schutzbekleidung steht, wie gesagt, an oberster Stelle. Im Falle eines Unfalls können sich Motorradfahrer im Gegensatz zu Autofahrern nicht auf eine Knautschzone verlassen. Der Helm muss so fest sitzen, dass er - wenn er gerade aufgesetzt wird - nicht drückt.

Längere Touren sollten erst absolviert werden, sobald die Maschine auf Vordermann gebracht und der richtige Umgang am Motorrad geübt wurde. Im Besonderen muss man auf die Fahrbahnbeschaffenheit und etwaige Gefahrenquellen achten und das Fahrverhalten stets der Situation, dem Können und der Übung entsprechend anpassen.

Generell sollte man genügend Sicherheitsabstand halten - und sich sichtbar machen, damit man von anderen Fahrzeugen besser wahrgenommen wird.

Unterstützung durch den ÖAMTC
ÖAMTC-Direktor Oliver Schmerold schickt voraus: „Für Motorradfahrer gehört es zu den gefährlichsten Situationen, wenn Autofahrer am Steuer telefonieren.“ Für Biker besonders gefährliche Verhaltensweisen von Autofahrern sind auch das Abbiegen und der Spurwechsel ohne Blinker und Schulterblick.

Dazu Georg Scheiblauer, Motorrad-Experte der ÖAMTC Fahrtechnik: „Übersehen zu werden, zählt zu den größten Ängsten von Motorradfahrern.“ Hier können laut dem Experten Fahrtechniktrainings sowohl Autolenkern als auch Bikern helfen. 54 Prozent der Motorradunfälle mit Personenschaden passierten 2016 tatsächlich im Ortsgebiet, die schweren Unfälle hingegen geschahen überwiegend im Freiland (87,1 Prozent der Getöteten).

Dazu Scheiblauer: „Je besser meine Fahrtechnik ist, desto besser kann ich mich auf mein Umfeld konzentrieren. In den Trainings machen wir Motorradfahrer auf besonders heikle Situationen aufmerksam, weil sie bei Zusammenstößen meistens das Nachsehen haben.“

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