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Pro Woche gibt es mehr als 2.000 Arbeits- und Wegeunfälle

Beitrag erstellt am 24.04.2017
Eine Datenanalyse der anerkannten Arbeits- und Wegeunfälle zeigt, dass Männer häufiger von Arbeitsunfällen betroffen sind als Frauen, Jugendliche öfter als Ältere und Arbeiter mehr als Angestellte. Insgesamt ereigneten sich 2015 fast 106.800 anerkannte Arbeits- und Wegeunfälle.
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Insgesamt ereigneten sich 2015 bei den unselbstständig Erwerbstätigen österreichweit über 94.400 anerkannte Arbeitsunfälle und fast 12.400 Wegunfälle, zusammen also knapp 106.800 Arbeits- und Wegeunfälle. Rund 84.100 Arbeits- (89 Prozent) beziehungsweise 10.500 Wegeunfälle (85 Prozent) davon waren bei der Allgemeinen Unfallversicherungs-Anstalt (AUVA) erfasst. Diese Daten hat das Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) im Rahmen des veröffentlichten „Fehlzeitenreports“ erhoben.

Niedrigste Unfallquote
Die AUVA-Zahlen hat das Wifo dazu verwendet, das Arbeits- und Wegunfallgeschehen unter verschiedenen Gesichtspunkten zu beleuchten, unter anderem auch hinsichtlich der Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten.

1974 wurden demnach pro 10.000 Versicherte noch 765 Unfälle gezählt. Bis 1995 sank diese Zahl auf etwa 600 und im Jahr 2000 auf 455. Im Jahr 2015 lag die Unfallquote schließlich mit 322 auf dem tiefsten Stand seit 1974.

„Anders gesagt waren im ersten Jahr des erfassten Zeitraums statistisch gesehen 7,6 Prozent der Beschäftigten von einem Arbeitsunfall betroffen, im Jahr 2015 waren es 3,2 Prozent“, heißt es im Bericht.

Männer häufiger betroffen als Frauen
Die Wegunfallraten von Frauen und Männern unterscheiden sich laut dem Bericht kaum. Anders verhält es sich bei den Arbeitsunfällen im engeren Sinn, wo Männer häufiger betroffen sind.

„Mitte der 1970er-Jahre lag die Unfallquote der Männer etwa fünfmal so hoch wie jene der Frauen.“ Der Abstand habe sich allerdings verringert: 2015 betrug die Unfallquote bei den Männern 4,2, bei den Frauen 2,0 Prozent.

Dieser Unterschied hänge damit zusammen, dass Frauen und Männer „im Durchschnitt Tätigkeiten mit unterschiedlicher Risikobelastung nachgehen“.

Höheres Dienstalter – niedrigere Unfallquote
„Geschlecht und Stellung im Beruf sind aussagekräftige Variablen für das Unfallgeschehen am Arbeitsplatz, weil sie indirekt über den Tätigkeitsbereich der Beschäftigten Auskunft geben“, stellt der Bericht weiter fest.

Das Alter sei eine zusätzliche Dimension, die zeige, wie Erfahrung und Beschäftigungsdauer das Unfallrisiko beeinflussen.

So zeige eine Analyse des Zeitraums 1995 bis 2015 bei Jugendlichen eine wesentlich stärker ausgeprägte Wahrscheinlichkeit eines Arbeits- beziehungsweise Wegunfalls. Seit Mitte der 1990er-Jahre habe sich das Unfallrisiko aber in allen Alterskohorten verringert.

Mehrere Ursachen, warum es weniger Arbeitsunfälle gibt
Dass sich das Arbeitsunfallgeschehen in den vergangenen Jahrzehnten verringert hat, ist nach Ansicht der Autoren auf mehrere Ursachen zurückzuführen. Grundsätzlich spiele der „strukturelle Wandel“ in der Wirtschaft eine Rolle, der den Anteil an Arbeitsplätzen mit hohem Unfallrisiko – gerade bei den Arbeitern – reduziert hat.

Durch geänderte Arbeitsabläufe und technologische Neuerungen sei es zu einer Verbesserung der Arbeitsplatzbedingungen gekommen. Mitverantwortlich für den Rückgang seien auch Präventivmaßnahmen der Unternehmen und das – speziell im Zuge des EU-Beitritts eingeführte – Arbeitnehmerschutzrecht.

Ein Faktor, der sich günstig auf die Unfallquote auswirke, ist dagegen rein statistischer Natur: „Durch die starke Zunahme der Teilzeitbeschäftigung ist die Zahl der Versicherten stärker gestiegen als jene der geleisteten Arbeitszeit, wodurch sich die erfassten Arbeitsunfälle statistisch auf eine größere Zahl von Köpfen verteilen.“

Einkommensschutz für den Fall der Fälle
Auch wenn insgesamt die Zahl der Arbeits- und Wegeunfälle rückläufig ist, kann ein solcher Unfall für den Einzelnen schnell zum finanziellen Problem werden. Besonders die Folgen einer unfallbedingten dauerhaften Erwerbsminderung, also wenn die Unfallverletzungen so schwer sind, dass der Betroffene auf Dauer nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr erwerbstätig sein kann, sind gravierend.

Denn auch wenn die gesetzliche Unfallversicherung in diesen Fällen leistet, sind dadurch in der Regel nicht die kompletten Einkommenseinbußen und sonstigen Kosten, die durch eine dauerhafte Erwerbsminderung entstehen, abgedeckt. Zudem können nicht nur Arbeitsunfälle, sondern auch Unfälle in der Freizeit, die nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt werden, zu einer Erwerbsminderung führen.

Die private Versicherungswirtschaft bietet allerdings zahlreiche Lösungen an, um einen fehlenden oder auch unzureichenden gesetzlichen Schutz abzudecken. Eine Einkommensabsicherung für den Fall, dass nach einem Unfall oder einer Krankheit dauerhaft kein Beruf mehr ausgeübt werden kann, ist zum Beispiel mit einer privaten Berufsunfähigkeits-Versicherung möglich. Vor den direkten, unfallbedingten Folgen, schützen Sie sich mit der privaten Unfallversicherung!

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