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Immobilienpreisspiegel 2018: Anstiege in allen Assetklassen

Beitrag erstellt am 11.06.2018
Österreichweit haben alle Preise in sämtlichen Kategorien im Durschnitt angezogen - und zwar dort am stärksten, wo der Wohnraum entweder schon sehr knapp oder auch sehr günstig ist. Am stärksten waren die Steigerungen im Bereich „Wohnen“.
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Der aktuelle Immobilienpreisspiegel 2018 der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zeigt eine unverminderte Nachfrage im Bereich „Wohnen“. Dazu der Obmann des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der WKÖ, Georg Edlauer: „Ein Ende der Fahnenstange der Preise ist zwar zu sehen, aber erst in weiter Ferne.“

Baugrundstücke für Einfamilienhäuser haben mit plus 6,9 Prozent die stärkste Veränderung erfahren, wobei Bezirke und Regionen, die bisher nicht so stark im Fokus waren, mehrheitlich aufholten. Bei den Landeshauptstädten hat St. Pölten einen großen Sprung gemacht - allerdings nicht den größten. Der fand dort statt, wo Bauland ohnehin rares Gut ist: In Bregenz mit 12,3 Prozent, in ganz Vorarlberg waren es 15,11 Prozent.

Die Tendenz, den hohen Immobilienpreisen auszuweichen, zeigt sich auch bei den Eigentumswohnungen. Während neu errichtete Eigentumswohnungen um 2,3 Prozent zulegten, gab es bei den gebrauchten sogar eine Preissteigerung von 3,4 Prozent. Am stärksten war die Preissteigerung in der burgenländischen Landeshauptstadt, wo die Preise auch am günstigsten sind.

Von einer österreichweiten Preissteigerung zwischen 2,4 und 4,3 Prozent bei den Gewerbeimmobilien berichtete Reinhold Lexer, stellvertretender Fachverbands-Obmann: „Nach vielen Jahren des Rückgangs ist in diesem Segment nun durchwegs ein Aufwärtstrend zu beobachten, wobei hier die Landeshauptstädte mit den Top-Einkaufsstraßen vorne liegen.“

„Wien-Thema Nachverdichtung“
In Wien bestehe aufgrund des hohen Bevölkerungszuwachses und einer starken Nachfrage nach Miet- und Eigentumswohnungen zwar rege Bautätigkeit an gefördertem und freifinanziertem Wohnbau, so der Wiener Fachgruppen-Obmann, Michael Pisecky, „es scheinen sich allerdings die Vorstellungen der Verkäufer und Vermieter von den Möglichkeiten der Käufer und Mieter zu entfernen.“ Während Mietwohnungen bis 700 Euro Gesamtmiete rasch vermietet werden, ist über 1.000 Euro das Angebot größer als die Nachfrage.

Auch das Angebot an freifinanzierten Eigentumswohnungen ist stark gestiegen, wobei kleine Wohnungen fast ausschließlich von Anlegern gekauft werden, die größeren von Eigennutzern, die bereit sind bis zu 450.000 Euro zu investieren. Bauträgern rät Pisecky für zukünftige Projekte, kleinere Einheiten auch in die oberen Stockwerke hinauf zu ziehen: „Wir haben in Wien 43 Prozent Singlehaushalte, aber nur 17 Prozent des Bestandes sind kleine Wohnungen.“

Lösungsansätze, um die Preissteigerung zu dämpfen, liegen für Pisecky in der Mobilisierung von Grundstücken, wie z.B. weitere Widmungen, höhere Baudichten und vor allem in der Nachverdichtung nach oben.

Pisecky: „In Wien wird immer noch oft am künftigen Wohnungsbedarf vorbeigebaut.“ So hätten noch rund 130.000 Wohnungen auf den Dächern oder Gründen von Wiener Wohnen Platz, schätzt Pisecky, der als enorm großes Problem auch die überbordende Bürokratie in Wien sieht, die unter anderem zu langen Wartezeiten und hohen Baukosten führe.

Wiener Zinshausmarkt weiter auf Rekordkurs
Der Wiener Zinshausmarkt für Häuser aus der Gründerzeit erreicht auch 2017 zum dritten Mal in Folge die Milliardengrenze. Trotz großer Nachfrage der Investoren ist das Angebot an Wiener Gründerzeit-Zinshäusern allerdings weiter gesunken, in Folge sind die Mindestpreise in manchen Bezirken teils stark gestiegen.

Dazu Eugen Otto, anhand der Ergebnisse aus dem „Ersten Wiener Zinshaus-Marktbericht“ von Otto Immobilien: „Vor allem in einigen Regionen innerhalb des Gürtels haben die Mindestpreise seit Herbst 2017 deutlich zugelegt, im 8. und 9. Bezirk sogar um 26 Prozent.“

Die Maximalpreise sind hingegen auf hohem Niveau stabil geblieben bzw. nur leicht angestiegen. Besonders umsatzstark waren der 3. und der 4. Bezirk, die für fast 15 Prozent der Umsätze verantwortlich waren und im Jahresvergleich zum Frühjahr 2017 sogar ein Umsatzplus von 46 Prozent verzeichnen.

Bei den Käufern dominierte zuletzt klar die Gruppe der Unternehmen, sie wird aber auch auf Verkäuferseite immer stärker: Konkret gingen im vergangenen Jahr knapp zwei Drittel aller Käufe und die Hälfte aller Verkäufe von Unternehmen aus.

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