zur Startseite
Service-Hotline 07472 / 22 866 (MO-FR 8-18 Uhr)
E-Mail: <Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, zum Ansehen müssen Sie in Ihrem Browser JavaScript aktivieren.>

Gefahrlos aufs Eis

Beitrag erstellt am 09.01.2017
(kunid) Besonders gefährlich ist es, sich bei einer natürlichen Eisfläche auf den ersten Anschein, dass das Eis dick genug ist, zu verlassen und sie vorschnell zu betreten. Es gibt einige Kriterien, die man berücksichtigen sollte, bevor man aufs Eis geht, sowie so manche Stellen, welche man grundsätzlich meiden sollte. Darüber hinaus sollte jeder Schlittschuhläufer, Eishockeyspieler oder andere Personen, die gerne auf zugefrorene Seen oder Flüsse gehen, die wichtigsten Regeln kennen, die es zu befolgen gilt, wenn man selbst oder ein anderer ins Eis eingebrochen ist.
Bedenkenlos aufs Eis gehen kann man eigentlich nur auf künstlich angelegten Eisflächen zum Beispiel in speziellen Eishallen und Freiluftanlagen. Wer jedoch auf zugefrorenen Seen und Flüssen unterwegs sein möchte, sollte einiges zu seiner eigenen Sicherheit beachten. So raten die Experten des Oberösterreichischen Zivilschutzverbandes unter anderem in einem herunterladbaren Flyer eine Eisfläche erst zu betreten, wenn die Eisdecke bei einem stehenden Gewässer mindestens 15 Zentimeter und bei fließenden Gewässern wie Flüssen und Bächen wenigstens 20 Zentimeter dick ist.

Eine tragfähige Eisdecke gibt es in der Regel weder an den ersten frostigen Tagen noch nach lang anhaltendem Sonnenschein und bei einsetzendem Tauwetter. In einigen Regionen informieren Lokalzeitungen und der örtliche Rundfunk darüber, welche Eisflächen gefahrlos betreten werden können. Eventuell aufgestellte Schilder, die vor gefährlichen Stellen warnen, sind unbedingt zu beachten. Zudem sollte man nie alleine sowie nicht bei schlechter Sicht oder Dunkelheit eine natürliche Eisfläche betreten. Auch Menschenansammlungen auf Eisflächen sollte man meiden.

Wann Eisflächen nicht begehbar sind
Prinzipiell ist zu beachten, dass natürliche Eisflächen selten gleichmäßig stark zugefroren sind. Dünnere und nicht tragfähige Eisdecken kommen häufig an Strömungsstellen bei fließenden Gewässern, in Bereichen von Zu- und Abflüssen, unter Brücken, bei Eisstellen mit Schilfbewuchs und bewachsenen Uferzonen sowie bei verschneiten Eisplatten vor.

Dunkle Stellen im Eis sowie Eislöcher weisen ebenfalls auf eine dünne Eisdecke hin. Wenn das Eis knackt, knistert oder reißt oder wenn sogar schwallartig Wasser auf die Eisoberfläche austritt, ist dies ein typisches Anzeichen für eine einbrechende Eisfläche.

In diesem Fall sollte man sich sofort vorsichtig flach hinlegen, um sein Körpergewicht großflächig zu verteilen, umgehend um Hilfe rufen sowie sich mit robbenden Bewegungen schnell aus der Gefahrenzone zum Ufer hinbewegen.

Selbstrettung …
Wer ins Eis einbricht, muss versuchen, so schnell wie möglich wieder auf festen Eisschichten zu kommen. Denn es reichen bereits wenige Minuten im eiskalten Wasser, dass die Gliedmaßen durch die Kälte so steif werden, dass eine Selbstrettung nur noch schwer möglich ist.

Um sich aus dem eingebrochenen Eis zu befreien, sollte man versuchen, sich mit ausgestreckten Armen und in Bauch- oder Rückenlage mit den Füßen am gegenüberliegenden Rand der Eisdecke abzustoßen und flach auf das Eis zu schieben.

Gelangt man wieder auf eine tragfähige Eisfläche, sollte man auf dem Bauch liegend den gleichen Weg zurückrobben, den man gekommen ist. Wer das Ufer erreicht, muss so schnell wie möglich einen beheizten Raum aufsuchen und sich mithilfe von Decken oder trockener Kleidung langsam aufwärmen.

… und Fremdrettung
Sieht man, dass ein anderer ins Eis eingebrochen ist, ist umgehend mit der Rettung zu beginnen, denn der Verunglückte ist im eiskalten Wasser schon nach wenigen Minuten oft nicht mehr in der Lage mitzuhelfen. Zudem ist zeitnah der Rettungsdienst unter den Notrufnummern 112 oder 144 zu alarmieren. Bei der Rettung ist ein umsichtiges Vorgehen wichtig, um nicht sich selbst oder andere zu gefährden. Man kann versuchen, dem Verunfallten einen Ast, ein Seil, ein Kleidungsstück oder Sonstiges zu reichen, damit er sich daran festhalten kann, um ihn ans Ufer zu ziehen.

Wenn eine Rettung vom Ufer aus nicht möglich ist, kann ein Helfer probieren, in die Nähe der Unfallstelle zu gelangen, jedoch nur, wenn er währenddessen durch eine oder mehrere am Ufer stehende Personen zum Beispiel unter Zuhilfenahme eines Seiles gesichert wird. Der gesicherte Retter sollte sein Gewicht mithilfe einer Unterlage aus Brettern, Leitern, Bohlen oder einem umgedrehten Schlitten auf der Eisfläche größtmöglich verteilen und sich so robbend oder gleitend zum Verunglückten hinbewegen.

Sind mehrere Helfer vor Ort, können sie auch eine Kette bilden, indem sie sich alle auf den Bauch legen und durch eine Leine oder durch gegenseitiges Festhalten sichern. Da die Bruchstelle einer Eisfläche oft instabil ist, sollten Helfer nicht ganz bis zur Einbruchstelle vordringen, sondern versuchen, den Verunfallten mit Hilfsmitteln wie Stöcken, Stangen oder Seilen zu retten. Da eine Unterkühlung lebensbedrohlich sein kann, sollte ein Verunfallter mit Decken und trockenen Kleidern in einem beheizten Raum aufgewärmt und von einem (Not-)Arzt untersucht werden.

NACH OBEN