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Für eine möglichst sichere Arzneimitteleinnahme

Beitrag erstellt am 06.11.2017
Wie man bestimmte Medikamente einnehmen muss, auf was es zu achten gilt und wann eine Medikamenteneinnahme beendet werden sollte, darüber informiert nicht nur der Arzt und der Apotheker, sondern auch der Beipackzettel – und es lohnt sich durchaus, hier nachzulesen.
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„Aber das habe ich doch immer so gemacht ...“ Dieser Leitsatz kann gerade bei der Medikamenteneinnahme zu Problemen führen. Nach Angaben der Österreichischen Apothekerkammer schätzt die Weltgesundheits-Organisation WHO, „dass sich jeder zweite Patient nicht an Beipackzettel oder ärztliche Anweisungen hält“. Erhält zum Beispiel ein Patient ein anderes Präparat als gewohnt, kann eine andere Handhabung als bisher erforderlich sein.

Auch wenn erstmalig ein Medikament – und zwar egal ob rezeptpflichtig oder -frei – einzunehmen ist, sind die Einnahmevorgaben und  Hinweise zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneien, aber auch Lebensmitteln gemäß Beipackzettel, Arzt oder Apotheker zu beachten. In vielen Fällen ist eine gründliche Beratung durch die Apotheke hilfreich, da nicht alle Einnahmeanweisungen klar und verständlich sind. Soll zum Beispiel eine Arznei mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden, so sind gemäß der Apothekerkammer mindestens 0,25 Liter gemeint.

Vorsicht beim teilen von Tabletten
Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) sind fast ein Drittel aller verschriebenen Medikamente nicht zuletzt aufgrund der Darreichungsform besonders beratungsbedürftig. So dürfen zum Beispiel nicht alle Tabletten geteilt werden. Einige haben beispielsweise einen Überzug, der sie vor der Magensäure schützt, sodass sichergestellt ist, dass die Wirkstoffe beispielsweise erst im Darm zur Entfaltung kommen.

Wird eine solche Tablette halbiert, ist auch der Überzug beschädigt und es kann sein, dass die Wirkstoffe schon im Magen zersetzt werden und damit im Darm gar keine Wirkung mehr haben. Es sind unter anderem solche Medikamente, die einen erhöhten Beratungsbedarf haben, betonen die Spezialisten der ABDA.

Doch auch andere Darreichungs- und Einnahmeformen sind beratungsintensiv, wie zum Beispiel Injektionen, aber auch Präparate zur Inhalation sowie zur Anwendung am Auge oder in der Nase. Zudem gibt es Trockensäfte oder Tabletten, die weder gekaut noch geschluckt werden dürfen, sondern sich beispielsweise im Mund langsam auflösen müssen.

Über die richtige Dosierung, Anwendung und Lagerung
Nicht zu viel, nicht zu wenig, zum richtigen Zeitpunkt und über die vorgegebene Zeitdauer sollten Medikamente eingenommen werden. Nimmt man zu wenig, kann es sein, dass die Wirkung ausbleibt, nimmt man zu viel, drohen unerwünschte Nebenwirkungen. Und nimmt man ein Medikament nicht lange genug, kann es sein, dass die Krankheit wiederkommt.

Vor allem bei Antibiotika gilt: Sie müssen so lange eingenommen werden, wie vorgeschrieben. Setzt man diese nämlich zu früh ab, kann es sein, dass noch nicht alle Bakterien beseitigt wurden. Wichtig ist ferner, wann und wie Medikamente eingenommen werden, also beispielsweise vor oder nach dem Essen, auf nüchternen Magen oder in regelmäßigen Abständen.

Manche Tabletten können mit Flüssigkeit eingenommen werden, andere nicht beziehungsweise nicht mit allen, weil sie sich mit Alkohol, Koffein, Fruchtsäure oder Kalzium nicht vertragen. Und wieder andere haben Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die es zu berücksichtigen gilt. Beachten sollte man auch die Lagerung: Manche Medikamente müssen beispielsweise kühl und andere dunkel gelagert werden. Übrigens: Selbst rezeptfreie Medikamente können unerwünschte Nebenwirkungen haben.

Beipackzettel online oder per App
Über diese genannten Aspekte informiert der Beipackzettel. Ist dieses Dokument verloren gegangen, kann man im Webportal des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen mit der Eingabe des Arzneimittelnamens oder der Zulassungsnummer des Medikamentes die entsprechenden Infos abrufen.

Hilfe bietet aber auch die kostenlos herunterladbare Apo-App der Österreichischen Apothekerkammer für Android- und Apple-Smartphones und Tablets. Nach Angaben der Apothekerkammer enthält die App Informationen zu allen 90.000 in Österreich gelisteten Apothekenprodukten wie rezeptpflichtigen Arzneien, rezeptfreien Medikamenten, Homöopathika, Erste-Hilfe-Artikeln, Kosmetika und Veterinärprodukten.

Neben dem Beipackzetteltext kann mit dieser Gesundheits-App auch ein Übersichtsplan für einzunehmende Medikamente mit Erinnerungsfunktion für Tag, Uhrzeit, Dosierung und Einnahmehinweise je Familienmitglied hinterlegt werden. Die App kann zudem als elektronischer Impfpass genutzt werden. Eine weitere Hauptfunktion ist die Apothekensuche, die unter anderem anzeigt, welche nächstgelegene Apotheke zum gewünschten Zeitpunkt, also auch nachts oder an Sonn- und Feiertagen offen ist.

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