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Die Österreicher interessieren sich immer mehr für Wertpapiere

Beitrag erstellt am 24.02.2020
Was bringt es, wenn man sich zwar dafür interessiert - aber nicht weiß, wie … Die Rede ist davon, dass zwar mehr Österreicher grundsätzlich interessiert wären, Wertpapiere zu kaufen - aber nicht wissen wie. Wie dieses Manko zu beheben ist - damit befassen sich das Aktienforum und die Industriellenvereinigung (IV).
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Wie steht es um das Interesse der Österreicher an Wertpapieren?

Laut einer aktuellen - vom Aktienforum beauftragten - Umfrage der Peter Hajek Public Opinion Strategies verdreifachte sich das Interesse der Landsleute am Wertpapierkauf seit dem Jahr 2016: Waren es vor fünf Jahren nur 7 % der Befragten, die Interesse an Wertpapieren anmeldeten, ist es heute schon jeder Vierte.

Allerdings - und das ist ein Wermutstropfen: Man traut sich dann doch nicht drüber. Das „gefühlte mangelhafte Wissen über den Kapitalmarkt“, fehlendes Vermögen, sowie verschiedene Formen der Angst vor Verlusten wurden von Peter Hajek in einer gemeinsamen Pressekonferenz von IV und Aktienforum als die größten Hindernisse genannt.


„Stiefkind Finanzbildung“

Um die Drastik bzw. das Potential gleichermaßen vor Augen zu führen, verweist IV-Generalsekretär Christoph Neumayer auf Untersuchungen hinsichtlich der Kapitaleinkünfte beim Alterseinkommen. Demnach liegen diese im OECD-Durchschnitt bei 18,4 %, in Österreich aber nur bei 5,8 %. In der Schweiz bewegen sich die entsprechenden Werte jenseits der 40 %, in Deutschland immerhin bei rund 16 %.

In seiner Funktion als Präsident des Aktienforums ortet Robert Ottel, angesichts entsprechender Maßnahmen im Regierungsprogramm eine „offensive Kapitalmarktpolitik“. Dies betreffe vor allem die „Beseitigung von kosten- und personalintensiven Bürokratiebremsklötzen, die steuerliche Förderung von Veranlagungen zur privaten Pensionsvorsorge und eine große Offensive beim Thema Finanzbildung von Jung bis Alt.“

Apropos Finanzbildung: Im Fach „Geographie und Wirtschaftskunde“ sei die Wirtschaft leider allzu oft nur das Stiefkind, so Neumayer. Wirtschafts- und Finanzbildung gehöre jedenfalls als Teil der Grundbildung „schon viel früher als derzeit“ unterrichtet, im Lehramts-Studium müsse man das ökonomische Wissen der angehenden Lehrer stärken, generell gehöre Wirtschaft fächerübergreifend unterrichtet.


Berater, Freunde, Medien

Die Österreicher, da sind sich Neumayer und Ottel einig, würden die Chancen des Kapitalmarktes vermehrt nutzen - auch punkto Vermögensaufbau und damit einhergehend einer vernünftigen Pensionsvorsorge -, wenn es etwa auch eine Steuerfreiheit für angesparte Vermögen bis 150.000 € gebe. Diese Dimension entspreche internationalem Vorbild.

Überdies wird die Wiedereinführung der sogenannten „Spekulationsfrist“ angedacht: Dann könnte man Aktien nach einer gewissen Haltedauer (Ottel: nach einem Jahr?) steuerfrei verkaufen. Diesem Vorschlag kann sich im Übrigen auch Christoph Boschan, Chef der Wiener Börse, anschließen.

Hajek resümierte die Umfrageergebnisse: Zu einem Aktienkauf lassen sich die Befragten überreden, wenn sie „zumindest mehr als 20.000 €“ auf ihrem Bankkonto haben. Und überzeugen lassen sie sich „am ehesten vom Bankberater, gefolgt von guten Freunden und Medien“, und: kaum überraschend - „am wenigsten von Politikern“.

In diesem Sinne: Sprechen Sie mit Ihrem Berater über Ihre Veranlagung und ihre Vorsorgemöglichkeiten.

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